Meine erste Blutspende

Schon seit Wochen habe ich mich auf unseren Blutspendetermin gefreut und mir ehrlich gesagt gar keinen großen Kopf darum gemacht, da ich eine hohe Toleranzgrenze

bei Schmerzen habe und im schlimmsten Fall auch viel aushalten könnte. Aber auf

dem Weg ins Blutspendezentrum war ich dann doch etwas angespannt und ruhig, was man von mir so gut wie gar nicht kennt. :-)

Ich dachte daran, was passieren würde, wenn ich die Spende nicht vertrage, da ich nicht wirklich auf einen Kreislaufzusammenbruch vorbereitet war.


Dort angekommen bemerkte ich schnell, dass die Panik völlig umsonst war.

Zu Beginn musste etwas mehr Papierkram bearbeitet werden, damit bei der Spende auch ja nichts schief geht! Das längere Ausfüllen der Papiere wirkte bei mir als eine Art Ablenkung von der Aufregung, da ich mich voll und ganz auf die Genauigkeit meiner Angaben fokussierte und in meinem Kopf kein Platz für andere Gedanken war.

Die Formulare füllte ich im Wartebereich aus, welcher mit interessantem Infomaterial ausgestattet war. Da ich mich für medizinische Themen interessiere, habe ich mich sehr gefreut noch ein paar zusätzliche Informationen rund um das Thema Blut- und Plasmaspende zu erhalten.

Nachdem ich die fertig ausgefüllten Formulare dem zuständigen Personal wieder überreichte, wurde ich für erste Tests an den Tresen gerufen. Mithilfe des Personalausweises wurde kontrolliert, ob ich bereits das 18. Lebensjahr erreicht habe und ob meine persönlichen Angaben auch alle stimmten.

Mein Gewicht lag über 50kg und auch der Eisengehalt im Blut lag mit 9,5m/mol deutlich über dem nötigen Wert von 7,8m/mol.

Ebenso zeigte ich keine Fiebersymptome oder Symptome einer Coronainfektion.

Aufgrund der Aufregung war mein Blutdruck etwas höher als normal, jedoch hielt sich der Wert noch im Rahmen, sodass ich zum Spenden zugelassen wurde.

Mir fiel ein Stein vom Herzen; die ersten wichtigen Kriterien waren also erfüllt!

Aus meinen angegebenen Daten wurde mein eigener individueller Spenderpass mitsamt einem Foto in Papierform und als Kärtchen erstellt. Nur habe ich mich an diesem Tag nicht sonderlich „aufgebrezelt“, da ich nicht wusste, dass auch ein Foto von meinem Gesicht gemacht wird. Da dieses Bild nur einmal bei der Neuanmeldung geschossen wird, muss ich wohl mit dem Ergebnis leben :-) Es gibt schließlich Schlimmeres.

Nach den ersten kleinen „Untersuchungen“ wurden mir noch ein paar Formulare zum Ausfüllen ausgehändigt. Hierbei ging es um bestehende Krankheiten und das allgemeine Befinden kurz vor der Spende.

Nun verlor ich aber allmählich die Lust am Spenden, da sich die Anmeldung wirklich lange zog.

Mit den ausgefüllten Fragebögen wurde ich in das Arztzimmer gebeten. Da ich die Pille einnehme, wurde mir erklärt, dass mindestens ein Abstand von drei Stunden zwischen der Einnahme einer Minipille und der Spende liegen muss, da sonst die Wirkung beeinträchtigt sein kann und möglicherweise kein Schutz vor einer Schwangerschaft besteht.

Da in der ärztlichen Untersuchung keine Auffälligkeiten auftraten, wurde mir die Zulassung zur Blutspende versichert.

Schön zu hören, dass man gesund ist!

Endlich ging es dann los: Das erste Mal Blutspenden!

Nachdem meine Armbeuge viele Male gründlich desinfiziert wurde um Infektionen auszuschließen, fragte man mich nach meinem Namen, Geburtsdatum und ungefähren Gewicht.

Darüber war ich sehr verwundert, denn das Personal muss doch eigentlich wissen, wen sie dort vor sich liegen haben, oder? Aber alles halb so wild. Diese Kontrolle dient nur dazu, um Verwechslungen auszuschließen.

Nach Beantworten der Fragen wurden mir zu Beginn vier Röhrchen Blut abgenommen. Diese werden ins Labor geschickt und auf bestimmte Krankheiten untersucht. Ebenso wird dort auch herausgefunden, welche Blutgruppe der Spender hat. Das Ergebnis darf man dann auf seinem Spenderkärtchen bewundern, welche beim nächsten Spendetermin ausgehändigt wird. Mich hat es schon sehr lange interessiert, zu welcher Blutgruppe ich mich zählen darf. Eine Nähnadel ist im Vergleich mit der Einweg-Nadel, welche in die Vene gestochen wird, gar nichts. Jedoch tut der Piecks meiner Meinung nach bei der dickeren Nadel nicht unbedingt mehr weh!

Wer trotzdem ängstlich ist, Augen zu und durch :-)

Für mich ist es kein Problem Blut zu sehen, deswegen schaute ich auch beim Einstechen der Nadel in meine Vene zu. Mir war es etwas peinlich, dass während des Einstichs etwas Blut auf den Boden und auf den Arm des Personals spritzte. Mir wurde aber versichert, dass das öfter mal vorkommt und außerdem kein Problem ist, da das Personal ja Handschuhe trägt und somit nichts Verheerendes passieren kann.

Während der Spende beobachtete ich den Blutbeutel auf der Waage und war erstaunt darüber, wie schnell sich dieser füllte.

Ein kleiner Zaubertrick, um das Blut schneller fließen zu lassen, ist immer mal wieder eine Faust zu machen oder wie in unserem Fall einen Schaumstoffball zu kneten. Ebenfalls hilft die Blutdruckmanschette ein wenig nach.

8 min später und circa 500ml weniger Blut in meinem Körper war die aufregende Prozedur bei mir auch schon vorbei. Durch den Zeitvertreib am Handy und den Gesprächen mit dem Personal des Blutspendezentrums verging die Zeit sehr schnell.

Der Arzt kam noch einmal vorbei und kontrollierte meinen Blutdruck. Er gab mir ein Getränk mit einem Mittel, welches für die Erhöhung des Blutdrucks sorgt, da meiner während der Spende gefallen war. Nach ein paar Minuten hat sich das aber auch wieder normalisiert. Bei Frauen passiert das übrigens eher als bei Männern.

Nach der Spende war ich schnell wieder fit und habe so gut wie keine Nachwirkungen gespürt, da ich mich optimal darauf vorbereitet habe.

Über den gesamten Tag nahm ich 2 Liter Wasser zu mir und mittags gab es bei mir einen Salat mit Fisch, eine gesunde und nur gering fettige Mahlzeit.

Der Blutbeutel mit meinem gespendeten Blut wurde, während sich das Personal um mich kümmerte, transportfertig gemacht und auf einer Kühlplatte gelagert, wo er bis zur Abholung blieb. Auch diese Prozesse wurden unserer Seminarfachgruppe genaustens erklärt und uns wurde sogar gestattet, die Blutbeutel genauer anzusehen! Unglaublich wie wichtig diese rote unscheinbare Flüssigkeit für uns ist!

Nach der erfolgreichen Spende erhielt ich eine Aufwandsentschädigung von 20€ und war damit gänzlich zufrieden. Natürlich sollte der Anreiz beim Blutspenden aber immer dabei liegen, Menschenleben zu retten!

Wir hatten uns ursprünglich vorgenommen zu viert unser Blut zu spenden, jedoch wurden zwei Mitglieder unseres Teams aufgrund von gesundheitlichen Aspekten von der Spende zurückgestellt.

Dabei wurden wir daran erinnert, dass nicht immer alles nach Plan läuft, was absolut nicht schlimm ist!

Ein paar Wochen später waren wir nämlich alle zugelassen und konnten gemeinsam als Gruppe spenden.

Wir treffen uns nun wöchentlich im Blutspendezentrum Gera zusammen, um Vollblut und Blutplasma zu spenden und damit Leben zu retten. Ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben und freue mich so gut wie immer auf unsere Spendetermine, da das Personal wirklich sehr freundlich ist und uns bei Fragen gern zur Seite steht.


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