• leamichalczak3

Die Geschichte der Blutspende

Vor einigen Wochen habe ich mich etwas umfassender mit der Geschichte der Blutspende auseinandergesetzt und war tatsächlich sehr überrascht, was für ein langer und forschungsintensiver Prozess das war. An sich bedeutet es bloß, dass alle Erkenntnisse, die wir heute haben, selbst erforscht wurden. Jedoch hat dies lange gedauert und unvorstellbare Methoden mit sich gebracht. Oft fehlten Geräte wie Mikroskope, um die komplexe Medizin zu verstehen. Begonnen hat alles im Jahr 1492. Der Papst Innozenz VIII war schwer krank und man versuchte ihn zu heilen, indem man ihm das Blut von drei zehnjährigen Jungen als Getränk einflößte. Der Papst blieb allerdings krank und die Jungen starben an den Folgen. Die Idee der Bluttransfusion war somit nicht zufällig, denn es wurde gezielt nach einer Heilungsmethode gesucht, bei der der Lebenssaft eine Heilung verursacht. Unzählige Versuche gingen tödlich aus, denn es fehlte den Medizinern an wichtigen Grundlagen, wie das Wissen über die Blutgruppen und die Gerinnung. Den ersten Fortschritt machte der Arzt William Harvey im Jahr 1616. Er erkannte, dass sich unser Blut in einem Kreislauf befindet und konnte dadurch erklären, warum das Trinken von Blut keinerlei Wirkung hatte. In den folgenden Jahren hat viel experimentiert. Es wurde das Blut von Tieren, wie z.B. von Lämmern, weil diese als rein und unschuldig galten, in Menschen transfundiert. Auch hier endeten die Versuche tödlich. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts hat eine erfolgreiche Bluttransfusion stattgefunden. Erhalten hat sie eine ausgeblutete Frau nach der Geburt ihres Kindes. Allerdings muss diese Transfusion ein Glückstreffer gewesen sein, denn erst 1901 hat es der Wiener Mediziner Karl Landsteiner geschafft, die Blutgruppen A, B und 0 zu erforschen. Man hat erkannt, dass nur Blut kompatibler Gruppen ohne Komplikationen transfundiert werden kann. In anderen Fällen kommt es zur Verklumpung und letzten Endes zum Tod. Diese Erkenntnis führte zu sichereren Übertragungen und wenigeren Todesfällen. Das wohl letzte große Problem, was die Forscher geplagt hatte, war die Gerinnung. Es war unmöglich das Blut des Spenders abzunehmen, zu lagern und später dem Empfänger zu transfundieren. Man musste Spender und Patient nebeneinander legen und beiden eine Nadel einführen. Das Blut wurde direkt mit einer handbetriebenen Pumpe in den Arm des Empfängers gepumpt. Im Jahr 1914 gelang es dann erstmals, die Gerinnung zu verhindern und das Blut „haltbar“ zu machen. Durch die Zugabe von Natriumcitrat wurde die Blutgerinnung außerhalb des Körpers verhindert und man konnte auf die indirekte Transfusion mittels einer Blutkonserve umsteigen. Kurz bevor der Bedarf an Blutspenden durch den zweiten Weltkrieg rasant anstieg, entdeckte ebenfalls Karl Landstreicher den sogenannten Rhesusfaktor. Dieser spielt auch eine Rolle bei der Verträglichkeit von Bluttransfusionen. Natürlich gab es noch weitere wichtige Ereignisse wie z.B. die Einführung von Blutbeuteln aus Kunststoff, allerdings empfinde ich die oben genannten Fakten als viel bedeutsamer. Durch den steigenden Bedarf an Blutkonserven, haben sich im Laufe der Zeit die verschiedenen Blutspendedienste gegründet. Bis heute besteht ein dauerhafter Bedarf an Blutkonserven, also informiert euch auf unserer Seite und macht euch einen Termin bei eurem örtlichen Blutspendedienst!

6 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen