Das erste Mal Plasma spenden

Um den Blogeintrag besser verstehen zu können solltet ihr evtl. zuerst den Ablauf der Plasmaspende in der Anleitung lesen.


Als man mich zu unserem ersten gemeinsamen Termin untersuchte, sagte man mir, dass ich allgemein besser kein Blut spenden soll, da mein Eisenwert immer sehr niedrig ist. Als ich das hörte, war ich etwas enttäuscht, da ich mich auch extra auf die Vollblutspende vorbereitet hatte. Aber bevor wir wieder heimgefahren sind, erhielten wir noch einen Termin für eine Plasmaspende, genau eine Woche später.

Somit habe ich mich am 18.02. wieder vorbereitet, indem ich ausreichend trank und nicht zu fettig aß! Im Blutspendezentrum angekommen, mussten wir diesmal deutlich weniger ausfüllen. Meine Aufregung ist mit der Zeit ein wenig gestiegen, da ich im Vergleich zu den anderen die Erfahrung der Blutspende nicht hatte. Ich wusste nicht, wie sich der Einstich anfühlt oder ob mich die Nadel im Arm stört, aber dass sollte bald herausgefunden sein. Ich gab meinen Spenderzettel ab und nahm im Wartebereich Platz, jedoch dauerte es nicht lange, bis ich aufgerufen wurde. In diesem Moment ist mir allerdings klar geworden, dass es mich nun als erstes traf und auf diese Ehre hätte ich auch gut verzichten können :)

Ich durfte mich auf eine Liege legen und bekam von dort an jeden einzelnen Schritt erklärt. Ich schaute dabei zu, wie alles vorbereitet und die Maschine eingestellt wurde. Was genau dort aber passiert ist und in welcher Reihenfolge, wusste ich nach der ersten Spende nicht mehr genau. Ich war fixiert auf meinen desinfizierten Arm und die Vene, die immer besser zu erkennen war. Dann griff die Mitarbeiterin, welche sich um mich kümmerte, zu der Nadel. Ich habe noch einmal durchgeatmet und dann zur Maschine und weg von meinem Arm geschaut. Der Einstich war geschafft und es war schneller vorbei und viel angenehmer als erwartet.

Wenn die Nadel dann erstmal liegt, geht auch alles andere sehr schnell. Somit schaute ich kurz danach meinem Blut dabei zu, wie es zum ersten Mal durch die Schläuche und die Maschine lief. Als bei mir soweit alles fertig eingestellt war, schaute ich bei den anderen beiden zu.

Kurz bevor mein Auffangbehälter das erste Mal ganz voll war, verspürte ich ein sehr unangenehmes Gefühl. Die Nadel in meinem Arm vibrierte leicht. Das war ein Moment, in dem ich leicht schockiert war und mir überhaupt nicht erklären konnte, was gerade passiert. Meine Maschine hat aufgehört zu arbeiten und die Nadel vibrierte weiter. Als ich verstand, dass das nicht normal ist, habe ich unsere Außenbetreuerin, welche auch zum Spendepersonal gehört, zu mir gerufen. Sie sah, was mein Problem war, löste das Klebeband, welches die Nadel an meinen Arm fixierte und zog die Nadel wenige Millimeter aus meinem Arm heraus. Daraufhin fing die Maschine wieder an zu pumpen und sie erklärte mir in Ruhe, was da gerade passiert ist. Es kommt wohl öfter mal vor, dass die Öffnung der Nadel an einer Venenklappe liegt. Diese verhindert die weitere Abnahme von Blut und die Nadel beginnt zu vibrieren. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es hier viel schlimmer klingt als es eigentlich war. In der Situation selbst war ich jedoch ein bisschen überfordert und konnte mir die Ursache nicht erklären.

Abgesehen von dem kleinen Zwischenfall ist mein Arm auch rund um die Einstichstelle ein wenig rot geworden. Ich verspürte ein leicht brennendes Gefühl aber tatsächlich ist das nur bei meiner ersten Spende so gewesen. Der Rest lief problemlos und meine 665ml Plasma waren schnell erreicht. Als ich sah, dass die Spende an sich abgeschlossen war, stieg meine Aufregung nochmal ein wenig. Ich hatte bereits von anderen gehört, dass sich das Einlaufen der Kochsalzlösung unangenehm und kalt anfühlt.

Damit meine „Angst“ davor noch mehr stieg, habe ich natürlich dabei zugeschaut, wie die Lösung langsam in die Maschine lief und sich alle Teile heller färbten. Ich verfolgte auch ganz genau, wie die helle Flüssigkeit langsam durch den Schlauch in Richtung meines Armes floss. Als das Ganze in meinen Arm lief, spürte ich es deutlich. Es fühlt sich kalt an und die Kälte wandert langsam Richtung Schulter. Ich bekam ein bisschen Gänsehaut und fror ein wenig. Auf der einen Seite war ich erleichtert, da ich keine Schmerzen oder Kreislaufprobleme verspürte aber auf der anderen Seite wollte ich einfach nur noch fertig werden. Fünf Minuten später war alles durchgelaufen und meine Maschine gab ein Piepen von sich, um zu signalisieren, dass ich fertig bin. Die Nadel wurde gezogen und ich bekam einen Druckverband. Ich war ein wenig erleichtert und freute mich, es hinter mich gebracht zu haben. Die Spende dauerte an diesem Tag ca. 40 Minuten. Die Zeit verging ziemlich schnell, da alles rund herum sehr spannend war. Zwischendurch unterhielt ich mich mit den anderen oder verbrachte die Zeit am Handy.

Als ich meine Liege verlassen durfte, bin ich in den Wartebereich gegangen, wo ich mit den anderen noch Kakao und Kaffee trank und wir uns über die Spende austauschten.

Die erste Spende liegt nun schon ein Stück zurück und wenn ich so darüber nachdenke, war es wohl die unschönste von allen. Wir sind seitdem noch oft Plasma spenden gewesen und werden auch in Zukunft weiter gehen. Es wird mit jedem Mal vertrauter und selbstverständlicher. Bei mir sind nie größere Komplikationen aufgetreten und ich hoffe das bleibt auch weiterhin so :)