Eindrücke und Emotionen meiner ersten Blutspende

Aktualisiert: Mai 5

Menschen zu helfen. Ein Phänomen, welches in unserer Gesellschaft ein weitreichendes Diskussionsthema ist. Doch gibt es viele Varianten, Menschen mit wenig Aufwand zu helfen. Eine Methode ist die Blut- und Plasmaspende. Doch viele haben Angst, Respekt oder nicht so richtig die Motivation dazu.


Wie ich mich bei meiner ersten Blutspende gefühlt habe und was ich daraus gelernt habe, möchte ich dir jetzt berichten.

Bevor wir doch dazu kommen, ist zu sagen, dass ich jemand bin, der gerne für neue Sachen offen ist und dies mit Freude und ohne große Aufregung angeht. Doch bei meiner ersten Blutspende war ich dennoch sehr aufregt. Gedanken vor dem Unbekannten und Fragen wie: „Wird der Stich wehtun?“, „Wie groß wird die Nadel wohl sein, dick oder dünn?“, „Was, wenn ich gar nicht geeignet bin?“, plagten mich schon den ganzen Tag.

Aber die Nervosität kam erst so richtig, als wir in das Blutspendezentrum in Gera eintraten. Ich wusste genau, dass es ab dem Moment kein Zurück mehr gab. Trotzdem war ich gleichzeitig aufgeregt und euphorisch, den ganzen Ablauf mitzuerleben und ebenfalls viele neue Erkenntnisse zu erlangen. Die Aufregung wurde durch die lange Anmeldephase extrem verstärkt. An sich wollte ich das schnell hinter mich bringen und mir einfach alles genau anschauen. Doch allein die Anmeldung dauerte ungefähr anderthalb Stunden. Beim Ausfüllen der Daten brauchte ich extrem lange, da ich ja nichts Falsches angeben wollte. Doch die Atmosphäre im Zentrum entspannte mein Gewissen schon arg. Einerseits war ich beruhigt Freunde bei mir zu haben, die das Gleiche „durchmachen“ wie ich und andererseits ein ruhiges Umfeld zu spüren. Denn im Blutspendezentrum war zu diesem Zeitpunkt niemand anders da, außer wir vier und einem weiteren Spender. Somit hatte niemand von uns in irgendeiner Weise Stress, was mir zu diesem Zeitpunkt sehr geholfen hat, meine Gedanken zu sortieren und meine Aufregung in den Griff zu bekommen.



Nachdem alle Tests bei mir durchgeführt wurden und ich alle ausgefüllten Daten abgegeben hatte, sollte ich mich setzen. Ich wusste natürlich nicht, welche Schritte nun genau folgen werden. (Gut, es kann auch sein, dass mir alles erklärt wurde und ich einfach alles vergessen hatte…) Doch war ich nun noch aufgeregter als sowieso schon. Ich wurde zum Arzt aufgerufen. Ich fühlte mich schrittweise sehr überfordert und wusste gar nicht, was auf mich zukommt. Die Ärztin war zuvorkommend und hat mir den ganzen Verlauf erklärt. Ich nickte einfach nur monoton. Die Situation mit der Ärztin war mir sehr unklar. Ich war nicht darauf gefasst, dass eine Arztuntersuchung sogar für das Spenden nötig sei. Demnach war ich dann doch sehr überfordert. Wahrscheinlich lag es einfach daran, dass ab jetzt alles recht zügig verlief und ich dadurch immer aufgeregter wurde. Nachdem ich mit der Ärztin über alles gesprochen hatte und es keine Auffälligkeiten gab, wurde auch schon mein Name aufgerufen. Eine sehr freundliche Mitarbeiterin nahm mich in Empfang und betreute mich fortan durch die Spende. Wir begaben uns zu einen der drei Blutspende-Sitze, in dem riesigen Saal. Die Mitarbeiterin begann sofort freundlich mit mir zu reden und Schritt für Schritt alles durchzugehen, was sie tun wird und wozu das alles gut ist.


Der Zeitpunkt war gekommen und meine Aufregung wurde immer größer. Ich versuchte mich auf die beruhigenden Worte der Mitarbeiterin zu konzentrieren. Dann wurde auch schon die Nadel eingeführt. Ich war erschrocken, wie schnell es doch ging. (Ich wurde, ganz nebenbei, für meine perfekten Adern gelobt. :-> ) Der Schmerz war überschaubar. Viele Menschen vergleichen es mit einer normalen Impfung. Doch fand ich persönlich, dass man die dickere Nadel auf jeden Fall gespürt hat, jedoch nicht so kräftig, wie ich es mir vorgestellt habe. Auch die Zeit ging durchaus sehr schnell vorbei. Ich wurde oft nach meinem Wohlbefinden gefragt, was mir immer wieder ein sicheres Gefühl gab.

Allgemein war die Stimmung im Zentrum sehr höflich, lustig und wohlfühlend. Das hat man größtenteils den Mitarbeitern zu verdanken, die sich wirklich um die Patienten wohlgewonnen kümmern. Ebenso die Atmosphäre im gesamten Zentrumsgebäude war sehr behaglich. Man fühlt sich nicht, wie in einem Gefängnis oder auf dem Arbeitsamt. Nachdem mein Blut abgenommen und der Blutbeutel verstaut wurde, fühlte ich mich unglaublich gut. Zwar bemerkte ich schon den Stich und auch ein kleines Benommenheitsgefühl, doch grundlegend war ich gut auf den Beinen.


Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich wirklich froh bin, den Schritt gemacht zu haben. Die Spende verlief wirklich gut und ich fühlte mich sehr aufgenommen. Die ganze Spende lang, hatte ich nicht das Gefühl im Stich gelassen zu werden oder etwas falsch zu machen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind kompetent und waren immer für uns da, was mir in solch einer Situation am wichtigsten ist. Meine Aufregung war danach sofort Verflogen und ich war stolz auf mich, dass ich Menschen mit meinem Blut helfen werde.

Im Großen und Ganzen war es nicht so schlimm, wie mein Kopf mir es vorgespielt hatte. Der Stich war kaum schmerzhaft und die Spende sehr angenehm. Blut oder Plasma zu spenden ist eine kleine Sache, mit der jeder von uns anderen Menschen helfen kann. Es motiviert mich immer weiter zu Spenden und damit etwas Gutes für Andere zu tun.