Plasmaspende

(Viele Vorgänge sind schon aus der Vollblutspende bekannt!)

Wer die erste Vollblutspende gut überstanden hat und keine Krankheiten nachgewiesen bekommen hat, darf in der Regel eine Woche später das erste Mal Blutplasma spenden. Bei der Plasmaspende gibt es im Gegensatz zur Vollblutspende drei verschiedene Mengen, die abhängig vom Gewicht gespendet werden dürfen. Bei einem Körpergewicht von 50kg bis 60kg spendet man 665ml Plasma. Von 60kg bis 70kg sind es 765ml und ab 70kg dürfen 865ml gespendet werden. Das Gewicht und die dementsprechende Menge Plasma werden vor jeder Spende neu ermittelt. Wie bei der Vollblutspende darf man sich den Arm, aus dem das Plasma entnommen wird selbst aussuchen (Außer es gibt einen medizinischen Grund wie z.B. eine Fraktur der dagegenspricht).

An den ausgewählten Arm wird die Blutdruckmanschette gelegt, eine geeignete Hautstelle wird gründlich desinfiziert und das Apheresegerät mit neuem sterilen Einwegmaterial für die Spende vorbereitet. Vier Röhrchen werden mit einem Barcode versehen, welcher genau auf den Spender zurückzuführen ist. Diese werden jedoch erst nach der Spende befüllt. Eine Identitätskontrolle erfolgt vor jeder Spende um Verwechslungen auszuschließen. Dabei wird nach dem Namen, Geburtsdatum und ungefähren Gewicht gefragt. Mit dem Einstich der Nadel beginnt der ca. 35-45-minütige Prozess der Plasmaspende.

PlasmaRoy1.jpg

Über einen Schlauch gelangt das Blut in das Apheresegerät, wo es durch Zentrifugation in seine Bestandteile aufgeteilt wird. Das Blutplasma wird dann in einer Flasche aufgefangen. Die anderen Blutbestandteile, wie zum Beispiel die roten Blutkörperchen, gelangen in einen separaten Auffangbehälter. Diese werden, wenn der Behälter gefüllt ist, wieder zurück in euren Körper geschleust. Die Vorgänge des zentrifugieren und zurückführen in den Körper finden je nach Plasmamenge unterschiedlich oft nacheinander statt. Während der Spende knetet man mit der Hand einen Schaumstoffball. Wenn die am Anfang bestimmte Menge erreicht ist, bekommt man eine ca. 22°C (Raumtemperatur) kalte Kochsalzlösung als Flüssigkeitsausgleich verabreicht. Sollte das Gefühl zu unangenehm sein, sollte man dies umgehend dem Personal der Blutspendeeinrichtung mitteilen. Mit der Kochsalzlösung wird das Apheresegerät durchgespült, damit der Spender nahezu alle Blutbestandteile wieder in den Körper bekommt. Nach Beendigung der Spende wird die Nadel mitsamt dem Schlauch entfernt und entsorgt. Das Personal verbindet die Einstichstelle mit einem Druckverband, um weitere Blutungen zu verhindern. Nach 4-6h darf dieser wieder entfernt werden.

Die vorher codierten Röhrchen werden nach der Spende mit dem Plasma aus der Flasche befüllt, denn auch dieses wird im Labor auf Krankheiten oder ähnliches getestet. Dabei ist es völlig normal, dass nicht jedes Plasma gleich aussieht. Die Farbe des Plasma richtet sich nach der Ernährung und nach evtl. Medikamenten und Hormonen. Bis zur Abholung für die weitere Verarbeitung wird das gespendete Plasma bei mind. -25°C gelagert. Auch nach der Plasmaspende sollte man seinem Körper eine längere Ruhepause gönnen und körperlich anstrengende Aktivitäten vermeiden um Nebenwirkungen und Kreislaufprobleme zu minimieren.

PlasmaFlasche.jpg
PlasmaMaschine1.png